Folge 53: Verkaufen
Verkaufen. Eine unschuldige Buchstabenkombination, die das das ganze Spektrum der Emotionen von "verkaufen" bis V-E-R-K-A-U-F-E-N!!! abdeckt.
Daniel und ich überlegen erst einmal: Warum soll verkauft werden?
- Weil man einem blöden Börsensprichwort glaubt (Sell in may and go away)
- Weil es einem die Doppelschulterkerze des Charts nahelegt?
- Weil es der Steuerberater rät?
- Weil man das Geld brauch?
- Weil man feststellt: Ich besitze die falschen Dinge.
- ...
Erste Erkenntnis
Verkaufen ist ein vielschichtiges Phänomen. Der eine verkauft aus dem Bauch heraus, der andere streng nach Algorithmus. Jeder hat seine eigenen Gründe.
Zweite Erkenntnis
Verkaufen ist gar nicht so einfach. Der Ankereffekt verbündet sich mit dem Endowment Effect und beide sagen: Bis diese Aktie wieder bei 87,56 € (Kaufkurs) steht, gibst Du sie nicht wieder her!
Dritte Erkenntnis
Wenn sich das verkaufen in der Echokammer Facebook-Gruppe zum V-E-R-K-A-U-F-E-N!!! gesteigert hat, gibt es kein Halten mehr.
Vierte Erkenntnis
Es gibt nur einem Verkäufer, dem man trauen kann und das ist der Algorithmus, der ein vorher festgelegtes Regelwerk emotionslos ausführt.
Daniel ich plaudern noch darüber, wie wir denn so verkaufen und wir sprechen darüber, wie man denn nun am besten sein Depot altersfest macht. Dabei lernen wir das böse SoRR kennen. Dieses Sequence-of-Returns-Risiko sorgt dafür, dass die ersten Jahre nach Beginn der Entnahmephase extrem entscheidend sind.
Wenn in den ersten 5-10 Jahren nach Renteneintritt etwas schief geht, ist das Kind also schon so gut wie in den Brunnen gefallen. Läuft in dieser Zeit alles gut, kann man sich fast schon sorgenfrei zurück lehnen.
Herausgefunden hat das Wade Pfau, Professor für Retirement Income am American College für Financial Services in Pennsylvania und einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Entnahmestrategien.
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Links zum Thema der Woche
- Finanzrocker-Depotrückblick 2017
- Aktienfinder
- Sohnfrage: Soll meine Mutter ihren Misch-Fonds verkaufen?
Finanzbegriff der Woche
Stop-Loss-Order. Beim Einreichen einer Stop-Loss-Order wird die Order durch Erreichen des festgelegten Stop-Wertes in eine Bestens-Order und somit in eine unlimitierte Order umgewandelt. Die Ausführung der Order wird zum nächst handelbaren Kurs stattfinden.
In Extremsituationen führt das zu großen Problemen. Wenn der Börsenhandel ausgesetzt wird und dann eine Lücke im Graph entsteht, weil der Kurs beim Neustart deutlich unter dem letzten Kurs liegt werden die Papiere dann zu diesem Kurs auf den Markt geworfen. Da kann man als Anleger viel verlieren.
Besser ist die limitierte Stop-Loss-Order. Diese Order funktioniert erst einmal genauso wie die normale Stopp-Loss-Order. Der Stop-Wert wird erreicht, das löst den Verkauf aus, aber das Limit sorgt dafür, dass nur innerhalb eines bestimmten Korridors verkauft werden darf.
Ein Beispiel: Die Aktie steht bei 100 €, Stop-Kurs: 95 €, Limit 90 €. Wenn der Kurs auf 95 € sinkt, wird die Stop-Order ausgelöst. Wenn es nicht gelingt die Aktie zu verkaufen und der Kurs auf 90 € oder noch darunter sinkt, wandert die Aktie wieder zurück ins Depot.
Unsere Medienempfehlungen
- Entnahmestrategien unter der Lupe (Teil 1)
- Das Sequence-of-Returns-Risiko – Entnahmestrategien (Teil 2)
- Rob Arnott: Glidepath Illusion
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